Wie Plattformen und Portale von GEO (Generative Engine Optimierung) betroffen sind
Jemand sucht nach einem Dienstleister in seiner Stadt. Nicht über eine klassische Ergebnisliste, sondern über einen digitalen Assistenten. Die Antwort kommt sofort: zusammengefasst, gewichtet, scheinbar eindeutig. Woher die Informationen stammen, wie sie ausgewählt wurden und warum genau diese Antwort erscheint, bleibt im Hintergrund.
Was hier passiert, ist mehr als eine andere Form der Suche. Inhalte werden nicht nur gefunden, sondern interpretiert, kombiniert und neu ausgegeben. Für Betreiber von Plattformen, Verzeichnissen und datengetriebenen Portalen stellt sich damit eine neue Frage: Wie werden Informationen künftig gelesen. Und von wem?
In diesem Spannungsfeld bewegt sich ein noch junges Thema: Generative Engine Optimierung (GEO). Was genau darunter zu verstehen ist, wie stark sie bestehende Konzepte ergänzt oder verändert und welche Rolle sie langfristig spielen wird – all das ist derzeit offen.
Drei Perspektiven, viele Überschneidungen, noch mehr Unterschiede
Wenn wir heute über Sichtbarkeit und Auffindbarkeit digitaler Inhalte sprechen, lassen sich drei Perspektiven unterscheiden:
- Der Mensch, der Inhalte liest, nutzt und bewertet.
- Klassische Suchsysteme, die Inhalte indexieren und ausspielen.
- Generative Systeme, die Informationen interpretieren, kombinieren und neu ausgeben.
Zwischen diesen Bereichen gibt es Überschneidungen. Gleichzeitig folgen sie unterschiedlichen Logiken. Was für Menschen gut verständlich ist, muss für Maschinen nicht zwingend klar sein. Und umgekehrt. Generative Systeme bringen dabei eine zusätzliche Ebene ins Spiel: Sie arbeiten nicht mit Schlagwörtern (Keywords) oder Suchphrasen, sondern benötigen vielmehr Kontext, Bedeutung und Wahrscheinlichkeit.

GEO ist (noch) kein fest umrissenes Konzept
Derzeit lässt sich GEO nicht eindeutig definieren. Es gibt keine verbindlichen Standards, keine klaren Regeln und keine allgemeingültigen Best Practices. Das Feld ist in Bewegung und das spürbar.
Insbesondere im Plattform- und KI-Bereich zeigen sich erste Tendenzen: Inhalte werden nicht mehr nur „gefunden“, sondern aktiv verarbeitet, kombiniert und neu ausgegeben. Welche Anforderungen sich daraus dauerhaft ergeben, ist noch nicht abschließend absehbar. Klar ist lediglich: Die Rahmenbedingungen verändern sich. Es gibt jedoch eine Reihe von Empfehlungen, wie Webseiten und Inhalte angereichert und strukturiert sein sollten, um die Verarbeitung durch generative KI-Systeme optimal zu unterstützen. Eine Garantie auf generative Verarbeitung und entsprechenden Quellenverweis gibt es jedoch nicht.
GEO ist folglich zum jetzigen Zeitpunkt weniger ein abgeschlossenes Konzept als vielmehr eine Beobachtung. Eine Beschreibung dessen, was sich abzeichnet. Nicht dessen, was bereits sicher beherrscht wird.
Niemand kann heute sicher sagen, wie sich generative Systeme langfristig entwickeln werden oder welche strukturellen Anforderungen sich daraus verbindlich ableiten lassen. Auch wir nicht. Was sich jedoch sagen lässt: Die Dynamik ist hoch, die Unsicherheit ebenso.
Unsere Haltung bei IT2media
Trotz aller Unsicherheiten zeichnen sich bereits erste Trends ab. Bestimmte Muster und Herangehensweisen zeigen, wie Inhalte künftig besser genutzt und interpretiert werden könnten. Auch wenn niemand heute endgültig sagen kann, wie sich generative Systeme entwickeln, lassen sich konkrete Schritte ableiten, die Portale heute schon vorbereiten können. Bei IT2media beobachten wir diese Entwicklungen genau und setzen sie praxisnah um. Wir probieren aus, lernen dazu und passen kontinuierlich an, was sich in der Praxis als sinnvoll erweist. So bleiben wir nah am Puls eines Feldes, das noch vieles offenlässt, aber gleichzeitig erste klare Richtungen aufzeigt.
Gerade für datengetriebene Portale, Verzeichnisse und Plattformen stellen sich neue Fragen:
Wie werden Inhalte künftig gelesen?
Wie werden sie interpretiert?
Und wie verändern sich die Erwartungen an Struktur, Kontext und Nutzbarkeit?
Ein offenes, aber spannendes Feld
GEO steht sinnbildlich für diese Übergangsphase. Zwischen Bewährtem und Neuem. Zwischen menschlicher Nutzung, klassischer Auffindbarkeit und generativer Verarbeitung. Mit vielen Herausforderungen, vielen offenen Punkten und mindestens genauso vielen offenen Fragen.
Was heute gilt, kann sich morgen ändern. Genau deshalb bleibt das Thema relevant.
Wir wissen nicht, wie GEO am Ende aussehen wird. Niemand weiß das. Aber wir bleiben dran.

Bildnachweis: Userba011d64_201
Infografik: Grafik erstellt mit Unterstützung einer KI.
