KMU und Digitalisierung

Quer durch alle Branchen herrschen im Mittelstand besondere Verhältnisse bei der Digitalisierung. Die Größe des Unternehmens und seiner IT wirken sich auf grundlegende Strukturen der Unternehmensstrategie und der Digitalisierung aus. Einerseits liegt die Größe des KMU meist jenseits des nur aus wenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bestehenden Kleinunternehmens, andererseits wird die Größe vieler Großunternehmen mit Hunderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oft allein in der IT nicht erreicht. Die Herausforderungen der Digitalisierung verbleiben gleichwohl ähnlich:

  • Identifikation der Daten und Prozesse, die von der bisher analogen Prozessabwicklung auf digitale Prozesse umgestellt werden sollen
  • Bestimmung der Ressourcen, die auf der Zeitachse für diese Prozessoptimierung und Automation eingesetzt werden sollen
  • Wer erdenkt die Innovation?
  • Definition von gegenseitigen Abhängigkeiten und Netzknoten
  • Skizzierung einer Vorgehensweise mit Zeitachse und Meilensteinen

Bei den KMU haben wir es mit einer Reihe von Vor- und Nachteilen zu tun, die alle aus ihrer Größe folgen. Dabei deckt der Begriff der KMU ein breites Spektrum ab. Es reicht vom kleinen Handwerksbetrieb, der vielleicht gerade von einer neuen Generation übernommen wurde, bis hin zum Weltmarktführer in einer Nische. Wir wollen uns hier vor allem mit dem Sinn der Kooperation von KMU mit Treibern der Digitalisierung und mittelfristiger Umsatzerhöhung befassen.


Nachteile der KMU bei der Digitalisierung

Oft fehlen den KMU im Bereich IT-Personal und Kapital Ressourcen für die Digitalisierung. Sie muss im Wesentlichen marktfinanziert werden. Manchmal bewegt sich das KMU in Branchen, die als eher still und unbeweglich gelten und kann deshalb kaum auf Erfahrungen anderer Unternehmen zugreifen. Auch in der strategischen Planung existieren Defizite. Hausbanken sind manchmal mit den spezifischen KMU-Herausforderungen überfordert. Der Zugang zu Fachkräften ist für die KMU schwieriger als für Großunternehmen. Die Zeit jedoch drängt, denn nirgendwo ist der Wettbewerb so hoch wie im KMU-Sektor. Die von manchen KMU-Chefs gewählte Strategie der Verzögerung ist tödlich gefährlich. Andere KMU beschleunigen, um dadurch Wettbewerbsrisiken zu reduzieren. Eine Lösung aber ist klar – ab mit der IT in die Cloud.


Vorteile der KMU bei der Digitalisierung

Der unternehmerische Geist, der in den KMU im Gegensatz zu eher begrenzten Perspektiven des Handwerks oder auf der anderen Seite im Gegensatz zu einem Denken in den Börsenkategorien verankert ist, ist in vielen KMU besonders lebendig. Er erreicht auch die Diskussion und Planung der IT. Alle Beteiligten denken schnell, vernetzt und ohne Widerstände gegen das Neue. So sind gerade in vielen KMU beispielhafte Projekte der Digitalisierung verwirklicht worden und werden es noch. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau stellt im KMU-Sektor gerne Kapital bereit. Dafür hat die KfW spezielle Programme für die Förderung von Digitalisierung und Innovation entwickelt. Diese Programme werden mit maximaler Flexibilität dem KMU geöffnet. Schon so manches Mal hat die KfW dabei als erfolgreiches Beratungsunternehmen für KMU gearbeitet. Die Bank ist sich für 20.000 Euro nicht zu schade, macht aber auch bei 20 Millionen nicht halt. Durch die Auslagerung der IT in die Cloud und die Zusammenarbeit mit innovativen Cloud-Anbietern kann das KMU Know-how sammeln, den Aufbau von Infrastrukturen vermeiden und die Kosten planbar halten. Dabei ist die Überschreitung verschiedener Netzwerkgrenzen wie zum Beispiel die Integration der Telefonie heute kein Problem mehr. Der Cloud-Anbieter garantiert Sicherheit und löst damit ein Problem, das sich für viele eigenständig arbeitende KMU als riesig erweisen könnte.


Hilfe von Digitalisierungsexperten

Hier gibt es aufregende Szenarien. Noch aufregender wird diese Szene der innovativen KMU, wenn wir ein weiteres Hilfsmittel hinzufügen – die agilen und innovativen Digitalisierungsexperten, die sich in den letzten Jahren in Deutschland bewundernswert entwickelt haben. Logistisch, finanziell, in der Art des Denkens und durch spezifisches Know-how sind sich KMU und Digitalisierungsexperten oft sehr nahe. Die Digitalisierungsexperten wirken manchmal wie eine ausgelagerte Entwicklungsabteilung der KMU. Einige Digitalisierungsexperten haben sich etwa darauf spezialisiert, die Digitalisierung im Handwerk in bestimmten Branchen zu fördern. Andere helfen, den Vertrieb digital zu machen. Hier ist eine neue Unternehmenskultur entstanden, in der die Digitalisierungsexperten die KMU an die Hand nehmen und sie mit ihrem Wissen im Dschungel der Digitalisierung helfen. Umgekehrt können KMU beim Marktzutritt helfen. Wir möchten hier kurz einige Benchmarks nennen, die den Markt in den letzten Jahren als Beispiele erfolgreicher Kooperation von KMU und Digitalisierungsexperten durcheinandergewirbelt haben. Es soll hier keineswegs um einen Marktüberblick gehen, sondern um einige Beispiele, die aufzeigen, wie aktiv diese Szene sein kann. Wann laden Sie sich die ersten Digitalisierungsexperten in Ihr Unternehmen ein?



Innovation in der Schiffslogistik

Obwohl Kern des globalen Netzes, funktioniert die Schifffahrt weitgehend noch immer analog. Das Mittelstandszentrum Bremen hilft den Schifffahrtsunternehmen, ihre Logbücher schnell in digitaler Form einzuführen. Die NautilusLog GmbH hat dafür eine App entwickelt, die ausgewählte Reedereien an die Spitze der Zukunft bringt.

Innovative Projektformen

Oft akzeptieren die Digitalisierungsexperten eine Finanzierung von Entwicklungskosten aus dem zu erwartenden Wachstum und arbeiten damit faktisch erfolgsabhängig. Es kommt auf die richtige Mischung der KMU-Kultur und der Digitalisierungsexperten- Kultur an. Auch hierfür gibt es Experten.

Produktionsinnovation

Dieser Bereich steht oft im Mittelpunkt der Kommunikation von KMU und Digitalisierungsexperten. Eine aktuelle Umfrage des EWD Expertennetzwerk Deutschland GmbH zeigt, dass „etwa 50 % der KMU in diesem Bereich Kooperationserfahrung“ haben. Beispielsweise bringt das Netzwerk DiagnostikNet|BB Startups aus der Diagnostik und forschende KMU zusammen. Insgesamt hat Corona sicher einiges ausgebremst, aber viele Projekte laufen digital weiter.


Ein echtes Vorbild aus dem Metallbau

Vorbildlich arbeitet etwa die META Regalbau GmbH, die systematisch neuen technischen und strategischen Trends nachspürt. Ein Feld der Innovationsforschung ist die Zusammenarbeit mit Digitalisierungsexperten. Kerstin Fiedler ist Managerin für digitale Innovation & Technologie in dem Unternehmen und hat diese Strukturen geschaffen. An einem Punkt hat sich das Produktionsunternehmen entschlossen, das Know-how anderer Unternehmen in der Digitalisierung zu nutzen und sich dabei dem Wachstum zu widmen. Eine Mitarbeiterin macht nichts anderes, als neue Trends aufzuspüren. Die Zusammenarbeit mit Digitalisierungsexperten konzentriert sich auf Automatisierung, Big-Data-Service und Prozessoptimierung. So hat das Metallbauunternehmen etwa in einer „Big-Data-Wolke“ mit künstlicher Intelligenz neue Bewegungsabläufe und Vereinfachungen im Lager erhoben. Solche Beispiele gibt es für KMU zahlreich. Die Win-Win-Situation ist gewaltig: Der Regalbau kann seine und die Prozesse seiner Kunden optimieren, die Digitalisierungsexperten erhalten deutschlandweiten Marktzutritt.


Helft den Digitalisierungsexperten, sie helfen Euch!

Neben dem genannten Beispiel der Anwendung von Big Data in der Logistik gibt es weitere Beispiele der Innovation. In vielen Industrien wird etwa Druckluft verwendet. Die Mader GmbH hat hier digitale Lösungen mit sensorischen Netzen geschaffen, die bei der Druckluftanwendung die Energiekosten erheblich reduzieren. Andere Digitalisierungsexperten digitalisieren mit großen Anwaltsbüros die Rechtsberatung. Die Zusammenarbeit etablierter KMU und innovativer Digitalisierungsexperten mit neuen Ideen ist wie ein Jungbrunnen für erfahrene Unternehmen. Menschen, wie die Teams aus dem geschilderten Metallbau-Unternehmen, setzen ganz neue Kulturen ein, um Wert zu schöpften, Wissen zu transferieren, Strukturen zu vereinfachen und für alle Beteiligten ungeahnte Gewinne zu realisieren. Hier wird echte Innovation schnell und effektiv zur Realität. Es kann nur an jedes KMU appelliert werden – besuchen Sie Digitalisierungs-Messen, treten Sie Netzwerken bei, reden Sie mit der Wirtschaftsförderung und den Kammern. Richten Sie einen Unternehmenspodcast ein. Vertrauen Sie den Leuten, die die Zukunft dieses Landes aufbauen.


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